
Courtney Marie Andrews - Valentine
Freitag, 16 Januar 2026
15:43
Uhr
Autor: Stefan
Courtney Marie Andrews war nie jemand, der sich auf Erfolgen ausruht – und mit Valentine, ihrem mittlerweile neunten Studioalbum, beweist sie das mal wieder ganz deutlich. Die Singer-Songwriterin, die locker zwischen Folk, Americana und Indie-Pop hin und herfließt, geht diesmal richtig tief. Und zwar nicht nur emotional, sondern auch klanglich. Gemeinsam mit Co-Produzent Jerry Bernhardt hat sie das Album fast komplett auf Tape aufgenommen – roh, echt, ohne glattgebügelte Perfektion. Es geht hier nicht um makellose Takes, sondern um das Gefühl. Und das sitzt.
Aber Valentine ist mehr als nur ein weiteres gut gemachtes Folk-Album. Es ist ein Spiegel ihrer künstlerischen Vielschichtigkeit. Courtney malt nicht nur mit Farben, sondern auch mit Sounds. Zwischen Flöten, ungewöhnlich gestimmten Gitarren und allerlei Synths entsteht eine Klangwelt, die deutlich zeigt: Sie hat Bock auf Neues. Ihr Gesang? Wie immer wunderschön – nur diesmal mutiger, klarer, direkter. Sie singt nicht nur von Gefühlen, sie durchlebt sie. Man hört ihr an, dass sie etwas zu sagen hat – und dass sie das jetzt auch ganz genau weiß.
Inhaltlich kreist Valentine um das Spannungsfeld zwischen echter Liebe und dieser flüchtigen, aber intensiven Verliebtheit – auch Limerenz genannt. Während sie den drohenden Verlust eines geliebten Menschen verarbeiten musste, bahnte sich gleichzeitig eine neue, aber wackelige Beziehung an. Statt Romantik-Kitsch gibt’s hier also ehrliche Selbstbefragung und emotionale Klarheit. Courtney schont sich nicht – und genau das macht Valentine so stark. Die Songs sind verletzlich, aber nie weinerlich. Sie sind voller Sehnsucht, aber auch Selbstbestimmung. Es ist der Sound einer Frau, die ihre Erfahrungen nicht nur verarbeitet, sondern in Kunst verwandelt. Ohne Filter, aber mit viel Gefühl.
